Im Winter wird selten geheiratet, das liegt auf der Hand. Was macht man also mit der zusätzlichen Zeit, wenn außer Babybauch Shootings und Familien Bildern weniger Aufträge rein kommen?
Fotografiert analog!
Richtig, dieser alte Kram mit Film und so, wo man nach dem Auslösen die Bilder nicht gleich kontrollieren kann. Beschränkt auf eine “minimale” Anzahl an Bildern pro Film / Kassette.
Wir denken, dass es uns nach all dem digitalen Fotografieren hilft uns wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, Motive gezielter zu wählen, statt wild drauf los zu schießen nach dem Motto: “Irgend ein Gutes wird schon dabei sein”.
Naja wir sind in mehreren Formaten unterwegs und möchten euch einfach mal daran teilhaben lassen (auch wenn derzeit noch der passende Film- bzw Negativscanner fehlt)
Polaroid
Jasmin und ich haben uns im Sommer vergangenen Jahres ein paar alte Polaroid Kameras gekauft (die sind spottbillig gebraucht zu bekommen).

zwei unserer Polas - beide für Typ 600 Film
Leider hat Polaroid vor einigen Jahren nach Insolvenz die Produktion der Filme eingestellt, somit sind nur noch Kassetten mit Ablaufdatum 2009 (extrem begrenzt) im Internet zu finden. Ein paar findige Unternehmer haben jedoch die Produktionsanlagen in den Niederlanden gekauft und versuchen seitdem neue Filme unter dem Namen Impossible Project zu verkaufen.
Natürlich kommen diese noch nicht an die alte Qualität heran. Brauchbar sind sie, d.h. man erkennt was man fotografiert hat – allerdings müssen sie direkt nachdem sie aus der Kamera herauskommen vor Licht geschützt werden und sind dann (zumindest die Farbbilder) meistens grün- oder blaustichig (oberstes Bild, am unteren linken Bildrand zu sehen).
Mittelformat
Zum Mittelformat kam Lukas wie die Jungrau zum Kind. Auf der suche nach einer analogen Spiegelreflex Kamera hat ihn beim freundlichen Foto Händler eine faltbare Franka Bonafix angelächelt. Die Gelegenheit beim Schopf gegriffen – 120er Rollfilm mitgenommen und ausprobiert. Auf den Film passten im Format 6x9cm gerade mal 8 Bilder! Aufgewickelt ist der auf der Rückseite mit Papier beschichtete Film auf einer Spule. Weitergespult wird manuell. Dabei sollte man immer darauf achten, wann die nächste Zahl im kleinen roten Sichtfenster erscheint – eine Mechanik zum Spulen gibt es selten.
Nach einer Woche in der der Film im Großlabor entwickelt wurde, kam dann die Ernüchterung. Die Aufnahmen waren nicht schlecht, machten aber nicht wirklich Spaß anzuschauen.
Ein Jahr später fand dann das nächste Schätzchen den Weg zu uns. Eine zweiäugige Boxkamera namens Voigtländer Brillant. Ausgestattet mit einem – was Lukas sich immer gewünscht hat - Lichtschachtsucher.
Der erste Schwung Bilder (Format 6x6cm) war leider relativ unscharf. Es bedarf noch etwas Übung beim Fokussieren mit Entfernungsskala und offener Blende.
analoge Spiegelreflex Kamera
Unseren digitialen Spiegelreflex Kameras sind sie ja gar nichtmal so unähnlich. der Film hat natürlich kein Vollformat sondern 35mm. Die Bildanzahl ist auf max. 36 Fotos begrenzt und kontrollieren lassen sich die Bilder nach dem Auslösen nicht direkt. Allerdings kann eine Kleinbildfilm immer noch mehr Kontrastabstufungen darstellen als derzeitige Bildsensoren!
Was es aber so reizvoll macht ist einfach der Charme unterschiedlicher Filme, sich zu beschränken auf eine fixe Empfindlichkeit (ISO/ASA) und viel bewusster nachzudenken ob es sich lohnt abzudrücken oder ob man den Finger vom Auslöser nehmen soll.
Demnächst probieren wir mal ein Shooting analog zu machen – seid gespannt!
Jasmin hat mit dem Reh (Damwild?) bei 50mm ƒ1.2 schon einen genialen Treffer gelandet.











